Wie wird Luzern klimaneutral?

Damit wir den Ausstoss von Treibhausgasen verhindern können, müssen wir uns von fossilen Energieträgern wie Benzin, Erdgas und Heizöl lösen und voll auf erneuerbare Energien wie Solarstrom, Wind- und Wasserkraft sowie Erdwärme und Biomasse setzen.

Unter dem Strich keine
Treibhausgase mehr produzieren

Der Luzerner Kantonsrat hat sich 2019 darauf geeinigt, dass der Kanton Luzern seine Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto null reduzieren soll. Das bedeutet, dass unter dem Strich keine Treibhausgase mehr produziert werden dürfen. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen massiv reduziert werden. Das Ziel «Netto null 2050» ist technisch machbar und auch finanzierbar. Um es zu erreichen, müssen wir entschieden und rasch handeln.

Bis 2050 sollen der Verkehr, die Gebäude und die Industrie im Kanton Luzern keine Treibhausgase mehr ausstossen. Emissionen aus der Landwirtschaft und der Abfallverbrennung lassen sich aber nicht vollständig vermeiden. Ein möglichst kleiner verbleibender Rest kann jedoch durch natürliche Treibhausgassenken wie Wälder und Moore sowie innovative technische Verfahren der Atmosphäre entzogen werden.

Auf erneuerbare
Energien umsteigen

Heute stammen rund drei Viertel unserer Treibhausgasemissionen aus der Verwendung und Umwandlung von Energie: beispielsweise von benzin- und dieselbetriebenen Autos, Flugzeugen und Ölheizungen. Das Umsteigen auf erneuerbare Energien ist in vielen Bereichen bereits möglich, beispielsweise im Verkehr und beim Wohnen. Anwendungen fossiler Energien wie Öl- und Gasheizungen, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor oder Industrieprozesse mit Erdgas können konsequent durch klimaneutrale Technologien ersetzt werden. Den erhöhten Bedarf an Energie kann mit einem Ausbau von erneuerbaren Energien gedeckt und durch Massnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz reduziert werden.

Schon heute existieren viele klimafreundliche Technologien und gute Ansätze: Solarstrom vom Dach, Wärmepumpen, ein dichtes ÖV-Netz, Elektroautos sowie gut gedämmte Gebäudefassaden, Abwärmenutzung, sparsame Haushaltsgeräte und Lampen.

In den Bereichen Landwirtschaft und Abfall wird es uns nicht gelingen, unsere Treibhausgasemissionen ganz auf null zu reduzieren. Deshalb müssen wir diesen verbleibenden Anteil an Emissionen mit Negativemissionen ausgleichen. Dazu braucht es Technologien, um der Atmosphäre CO2 zu entziehen und das CO2 sicher und dauerhaft im Erdreich einzulagern (weitere Informationen dazu finden Sie beim Bundesamt für Umwelt unter Negativemissionstechnologien).

Die indirekten Treibhausgasemissionen, die wir im Ausland verursachen, lassen sich insbesondere mit einem Überdenken unseres Konsumverhaltens reduzieren.

Klimaschutz setzt keine radikale Verhaltensänderung und damit verbundene Einbussen an Lebensqualität voraus. Damit wir als Gesellschaft das Klimaziel erreichen können, braucht es aber einen Beitrag von uns allen.

Im Planungsbericht Klima und Energie zeigt die Luzerner Regierung auf, mit welchen Massnahmen sie bis 2050 klimaneutral werden möchte. Dieses Klimaziel steht in Übereinstimmung mit der nationalen und internationalen Politik (Pariser Klimaabkommen). Um dieses Ziel erreichen zu können, müssen Privatpersonen, Unternehmen und die öffentliche Hand zusammenarbeiten und ihren Beitrag leisten.

«Gestalten Sie die künftige Klimapolitik mit und setzen Sie ein Zeichen für unsere nächsten Generationen.»

Fabian Peter
Luzerner Regierungsrat und Vorsteher
des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements

Wer wenig verbraucht,
profitiert

Volkswirtschaftlich sinnvoll sind zudem effiziente Marktmechanismen wie die CO2-Abgabe des Bundes . Seit 2008 wird auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas eine Lenkungsabgabe erhoben. Sie setzt Anreize zum sparsamen Verbrauch und zum vermehrten Einsatz klimafreundlicher Energieträger. Der Ertrag wird grösstenteils an die Bevölkerung und die Wirtschaft zurückverteilt. Davon profitiert, wer wenig verbraucht. Gelder für das Förderprogramm Energie stammen beispielsweise mehrheitlich aus der CO2-Abgabe. Mit dem Gebäudeprogramm werden Hausbesitzerinnen und -besitzer unterstützt, die die Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien in ihren Gebäuden erhöhen.

Parallel dazu müssen wir ein gutes Umfeld schaffen für innovative Entwicklungen im Klimabereich. Luzerner Hochschulen (z. B. die HSLU mit dem iHomeLab als Forschungszentrum für Gebäudeintelligenz) und Unternehmen können dabei für unsere Region eine Schlüsselrolle einnehmen. So eröffnen sich mit dem Klimaschutz für den Kanton Luzern und seine Wirtschaft auch viele Chancen (siehe Frage «Welche Kosten verursacht der Klimawandel?»).

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