Selber Energie produzieren statt nur konsumieren – wie geht das?

Ein Gebäude braucht nicht nur Energie, es kann auch solche produzieren. Eine Photovoltaikanlage auf Dächern oder an Fassaden liefert umweltfreundlichen Strom. Der vermehrte Einsatz von Sonnenenergie ist essenziell für das Erreichen der Klimaziele und die Versorgungssicherheit.

Ein Gebäude kann vieles – sogar Strom produzieren. Eine Photovoltaikanalage auf dem Dach oder an der Fassade wandelt die Sonnenenergie direkt in Strom um. Im Kanton Luzern sind solche Anlagen keine Seltenheit mehr: 2019 waren 4963 Photovoltaikanlagen ans öffentliche Netz angeschlossen – ein Jahr zuvor wurden 4300 Anlagen gezählt. Das entspricht einem Wachstum von rund 15 Prozent. Diese knapp 5000 Anlagen erreichen laut LUSTAT eine installierte Leistung von rund 175’600 Kilowatt Peak oder 427 Watt Peak pro Einwohnerin und Einwohner.

Regional zeigen sich in der Stromproduktion mittels Photovoltaikanlagen aber grosse Unterschiede: 2019 konnte in der Stadt Luzern mit rund 8200 Kilowattstunden am meisten Strom produziert werden. Diese Menge entspricht immerhin etwa 5 Prozent der gesamten Produktion im Kanton. Die höchste Pro-Kopf-Leistung hingegen wurde in der Gemeinde Altishofen erzielt.

Ausbau ist wichtig,
um Klimaziele zu erreichen

Fest steht, dass Hauseigentümerinnen und -eigentümer mit der Installation einer Photovoltaikanlage einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten können. Der Umstieg auf erneuerbare Energien und speziell auf Solarstrom ist deshalb ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele und für eine sichere Stromversorgung. Im Planungsbericht über die künftige Klima- und Energiepolitik des Kantons Luzern sind verschiedene Massnahmen enthalten, um diesen Ausbau weiter voranzutreiben. Die Sonnenenergie kann auf zwei Arten genutzt werden:

  • Sonnenkollektoren (thermische Solaranlagen) erzeugen warmes Wasser. Seit 2007 werden thermische Solaranlagen auf bestehenden Häusern im Kanton Luzern finanziell gefördert.
  • Die Photovoltaik wandelt Licht in elektrischen Strom um. Die Stromproduktion über Photovoltaikanlagen wird vom Bund mit einmaligen Investitionsbeiträgen (Einmalvergütungen) unterstützt. Es gibt Einmalvergütungen für kleine PV-Anlagen (KLEIV) und Einmalvergütungen für grosse Anlagen (GREIV). Informationen zum Anmeldeverfahren gibt es bei Pronovo oder bei Ihrem Energieversorgungsunternehmen. Photovoltaikanlagen, die vom Bund einen Investitionsbeitrag erhalten, bekommen für den ins Stromnetz eingespeisten Strom zudem eine Vergütung durch den Netzbetreiber (Rückliefertarif). Eine zusätzliche finanzielle Förderung von Photovoltaikanlagen durch den Kanton Luzern ist zurzeit nicht vorgesehen.

Hat Ihr Gebäude Potenzial?

Ob sich die Dachfläche Ihres Zuhauses für eine Photovoltaikanlage eignet, zeigt der kantonale Solarpotentialkataster. Auch die vom Bund geführten Kataster www.sonnendach.ch und www.sonnenfassade.ch verraten mehr über das Potenzial und Rentabilität für Photovoltaik – sowohl auf Dächern als auch an Fassaden. EnergieSchweiz bietet zudem einen Solarrechner, der Kosten und Nutzen für die geplante Solaranlage aufzeigt. Falls die Finanzierung einer Anlage nicht in Frage kommt, so können Dächer vermietet oder ein sogenanntes Contracting erstellt werden.

Sich beim Stromanbieter für Solarstrom entscheiden

Für Mieterinnen und Mieter ist es indes schwierig: Sie können keine Photovoltaikanlage aufs Dach oder an die Fassade montieren. Es gibt trotzdem Möglichkeiten, Solarstrom zu fördern und zu beziehen. Beispielsweise können Mieterinnen und Mieter sich bei Unternehmen an einer Photovoltaikanlage beteiligen – mit der Zeichnung von Darlehen und dem Kauf von Aktien. Dies ermöglicht den Bau von grossen Anlagen, die effizient Solarstrom produzieren. Weiter kann Solarstrom beim Stromanbieter bezogen werden: ewl, ckw oder wwz bieten Luzerner Solarenergie an.

Mehr Informationen zu Solarstrom für Mieterinnen und Mieter finden Sie bei EnergieSchweiz und Swisssolar.

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